Fachtag für Praxisanleitende
Programm und Anmeldung
Der Fachtag
08.30 Uhr Anmeldung, Begrüßungskaffee
09.00 Uhr Eröffnung
09.10 – 10.10 Uhr Schlüssel oder Stolperstein? Vorbehaltsaufgaben in der Praxisanleitung, Prof. Dr. Roland Brühe
10.10 – 10.30 Uhr Pause
10.30 – 12.00 Uhr Workshop
12.00 – 13.00 Uhr Pause
13.00 – 14.00 Uhr "Schrei, wenn was ist" - Praxisanleitung zwischen Rollenklarheit und Rollendiffusität, Dr. Daniela Schlosser
14.15 - 15.45 Uhr Workshop
16.00 – 16.30 Uhr Abschlussrunde im Plenum
Ihre Anmeldung senden Sie bitte an
Wilhelm-Griesinger Schule für Pflegeberufe
Tel. 0221 / 8993 577
E-Mail: nathalie.dickersbach@lvr.de, tina.hoffmann@lvr.de
Die Veranstaltung wird im Rahmen der 24 Std.-Pflichtfortbildungen für Praxisanleitende anerkannt.
Im Anschluss an die Veranstaltung erhalten Sie eine Rechnung.
Vorträge
Schlüssel oder Stolperstein? Vorbehaltsaufgaben in der Praxisanleitung, Prof. Dr. Roland Brühe
Mit den Vorbehaltsaufgaben des Pflegeberufs legt der Gesetzgeber erstmals Aufgaben fest, die ausschließlich von Pflegefachpersonen durchgeführt werden dürfen. Dies kann als Frucht vieler Jahre berufspolitischer Initiativen angesehen werden und ist ein weiterer Schritt in der Professionalisierung des Pflegeberufs. Die Pflegeausbildung ist nun aufgefordert, die Auszubildenden theoretisch und praktisch auf die Wahrnehmung der Vorbehaltsaufgaben vorzubereiten. Doch was sind eigentlich die Vorbehaltsaufgaben nochmal? Und wie kann dies in der Praxisanleitung gelingen?
"Schrei, wenn was ist" - Praxisanleitung zwischen Rollenklarheit und Rollendiffusität, Dr. Daniela Schlosser
Im Rahmen dieses Vortrags wird es einen Einblick in die Forschungsergebnisse einer Beobachtungsstudie geben. Selbstverständlichkeiten oder unbewusste, alltägliche Situationen von strukturierter oder alltäglicher Praxisanleitung werden beleuchtet und sollen im Anschluss diskutiert werden.
Workshops
WS 1
Ethik-Café – Ethische Themen ins Gespräch bringen, Volkher Preis
Keine Scheu vor ethischen Fragen! In diesem Workshop widmen wir uns den ethischen Herausforderungen, die im beruflichen Alltag auf den Stationen auftreten.
Gemeinsam üben wir den Umgang mit diesen Fragestellungen und geben dem oft „unguten Gefühl im Bauch“ eine Sprache. Wir lernen die grundlegenden medizinethischen Prinzipien kennen und tauschen uns über hilfreiche Strukturen aus.
WS 2
Wie sag ich’s Dir?, Christian Wilhelm
Feedbackgespräche gehören zu den zentralen Aufgaben der Praxisanleitung und stellen zugleich hohe kommunikative Anforderungen. Insbesondere das Ansprechen von Schwierigkeiten kann zu Missverständnissen führen, wenn Botschaften auf der emotionalen Ebene anders wahrgenommen werden als beabsichtigt. Der Workshop vermittelt praxisnah die Grundlagen des 4-Ohren-Modells nach Schulz von Thun und zeigt auf, wie Feedback sachlich, klar und wertschätzend formuliert werden kann. Ziel ist es, Inhalte verständlich zu vermitteln, ohne unbeabsichtigt emotionale Reaktionen auszulösen.
WS 3
Prüfungsangst - ist auch „nur“ eine Angst, Gabriel Göhring
Monate im Voraus gelernt, jeden Spickzettel rückwärts richtig aufsagen können und in der Prüfung ist da nur gähnende Leere im Kopf. Woran das genau liegt und wie wir uns selbst und unsere Auszubildenden davor bewahren können, vermittelt ihnen dieser Workshop.
WS 4
Achtsamkeit und Selbstfürsorge durch Klangreise, Klaus Schmitz
Der Workshop legt den Fokus auf Selbstfürsorge, Achtsamkeit und Stressreduktion. Nach einer kurzen theoretischen Einführung wird die Klangreise vorgestellt. In der angeleiteten Klangreise können die Teilnehmenden Entspannung, bewusste Körperwahrnehmung und mentale Regeneration praktisch erleben. Eine abschließende Reflexion unterstützt den Transfer in den Alltag. Die Klangreise kann im Sitzen oder Liegen erlebt werden; bequeme Kleidung wird empfohlen.
WS 5
Motivation fördern in der Pflegeausbildung: Was wirklich wirkt (und was nicht), Riccarda Maschke
Motivation ist kein Charaktermerkmal, sie entsteht im Alltag der Ausbildung. Wie Praxisanleitende Lernbedingungen, Beziehung und Kompetenzentwicklung so gestalten können, dass Auszubildende engagiert bleiben, steht im Mittelpunkt dieses Workshops. Auf Basis aktueller Erkenntnisse aus Deutschland und mit viel Raum für Erfahrungsaustausch entwickeln die Teilnehmenden praxistaugliche Strategien, um Motivation nachhaltig zu fördern – auch unter realen Arbeitsbedingungen.
WS 6
„ChatGPT lügt.“ – Und wissen das unsere Auszubildenden?, Florence Harzheim
„Das hat ChatGPT aber so gesagt.“ Ein Satz, der im Ausbildungsalltag immer häufiger fällt. Doch wissen unsere Auszubildenden eigentlich, wie KI funktioniert? Dass sie überzeugend formulieren kann – aber nicht zwingend richtig? Dass sie Quellen nicht bewertet, sondern Wahrscheinlichkeiten berechnet? Digitale Tools sind längst Teil der Pflegeausbildung. In diesem Workshop geht es um mehr als Technik. Es geht um Haltung, Verantwortung und Professionalität im digitalen Zeitalter. Praxisnah, reflektierend und mit konkreten Impulsen für den Ausbildungsalltag entwickeln wir Strategien, um digitale Kompetenz bewusst zu fördern – damit aus „Das stand im Internet“ ein professionell geprüftes Pflegehandeln wird.
WS 7
Humor hilft Heilen - Simone Faßnacht, Georg Brinkmann
Praxisanleiter*innen prägen durch ihr Sein und Handeln das professionelle Selbstbild und Handeln angehender Pflegefachkäfte wesentlich und nehmen so eine besonders wichtige aber auch herausfordernde Rolle in der Ausbildung ein. Eine positive Beziehung zwischen Auszubildenden und Praxisanleitungen ist dabei zentral für gelungene Lernprozesse. Humor als Haltung hilft dabei, diese Beziehungen positiv zu gestalten und unterstützt im Umgang mit Herausforderungen und Belastungen. In diesem Workshop können Sie auf praktische und freudvolle Weise hilfreiche soziale Kompetenzen für Ihre Tätigkeit als Praxisanleitung trainieren.
WS 8
Psychoemotionale Belastungen von Auszubildenden im Praxiseinsatz, Nicole Schulze
Pflegeauszubildende sind während ihrer Praxiseinsätze mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Neben fachlichen Anforderungen erleben sie häufig auch psycho-emotionale Belastungen, etwa durch den Umgang mit Leid, Sterben, Konflikten oder aggressiven Situationen. Ziel des Workshops ist es, ein Bewusstsein für diese Situationen zu schaffen und welche RollePraxisanleitende in solchen Momenten spielen. Der Workshop lädt dazu ein, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie Praxisanleitende Auszubildende im Umgang mit psychoemotional belastenden Erfahrungen unterstützen können, sowohl präventiv als auch im Nachgang belastender Ereignisse
WS 9
Aromapflege, Yvonne Schirmer
Düfte können uns unmittelbar berühren – oft, bevor wir etwas bewusst „verstehen“. Aromapflege nutzt diese Wirkung als komplementären Ansatz, um innere Anspannung zu reduzieren, Ruhe zu fördern und Momente von Sicherheit und Regeneration zu ermöglichen. Im Workshop wird erklärt, wie Gerüche im Gehirn verarbeitet werden und warum sie so eng mit Emotionen und Erinnerungen verknüpft sind. Die Teilnehmenden lernen, wie Düfte beruhigen oder aktivieren können und was das für Stressreduktion, Schlafunterstützung und Selbstfürsorge in unterschiedlichen Arbeitsfeldern bedeutet.
Darüber hinaus wird gerochen, wahrgenommen und reflektiert, was Düfte auslösen können.
WS 10
„TIN*-What is that?“, Stephan Leuffert
Das Thema Transidentität erfährt zunehmend verstärkte Aufmerksamkeit in den Medien. Diese neue Sichtbarkeit kann Trans*Menschen (und TIN-Personen) helfen, ihre eigene Identität zu finden und selbstbestimmt zu leben. Gleichzeitig kann man im Alltag und in Gesundheitsberufen feststellen, dass häufig große Unsicherheit im Umgang mit Trans*Menschen existiert. Im Workshop werden die Themen Psychische Gesundheit und Transidentität, Einfluss von Diskriminierung, Stigmatisierung und Minderheitenstress behandelt. Darüber hinaus werden für die Pflegepraxis relevante Schwerpunkte wie Kommunikation, Unterstützung im Alltag und weitere grundlegende Herausforderungen thematisiert. Wie kann das Thema in der Praxisanleitung vermittelt werden und wie kann Scham/Distanz diesbezüglich abgebaut werden?
Referentinnen und Referenten
Georg Brinkmann, Humortrainer, Team Künstlerische Leitung Humor Hilft Heilen
Prof. Dr. Roland Brühe, Prodekan I / Professor für Pflegepädagogik Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen/katho Köln, Gesundheitswesen
Simone Faßnacht, Humortrainer, Team Künstlerische Leitung Humor Hilft Heilen
Gabriel Göhring, Pflegewissenschaft B.Sc., LVR-Klinik Köln
Florence Harzheim, Cand. Pflegepädagogin B.A., Praxisanleiterin/Ausbildungskoordinatorin
Stephan Leuffert, Lehrer für Pflegeberufe M.A., LVR-Klinik Bonn
Riccarda Maschke, Pflegepädagogin M.A., Akademie für Gesundheitsberufe Solingen, Städtisches Klinikum Solingen
Volkher Preis, Pfarrer, ev. Seelsorge, LVR-Klinik Köln
Yvonne Schirmer, Fachgesundheits- und Krankenpflegerin für psychiatrische Pflege, LVR-Klinik Köln
Dr. Daniela Schlosser, Dipl. Berufspädagogin M.A.
Klaus Schmitz, Stationsleitung, LVR-Klinik Köln
Nicole Schulze, Pflegepädagogin, LVR-Klinikum Düsseldorf
Christian Wilhelm, Angewandte Pflegewissenschaft B.Sc., Pflegeweiterentwicklung, LVR-Klinik Köln